Schärfentiefe-Skript

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„Die Schärfentiefe beschreibt den Raum, der in einer Bildebene hinreichend scharf abgebildet ist. Der Begriff der Schärfentiefe ist eigentlich ein wenig irreführend, da genau genommen nur ein Punkt (eine Ebene) im Fokus liegen kann. Alle Punkte vor und hinter dem Fokuspunkt werden als „unscharfe Kreise“ dargestellt, welche mit zunehmender Entfernung zum Fokuspunkt größer werden. Da unser Auge jedoch (glücklicherweise) nicht ganz so genau wie ein Rechenschieber arbeitet, nimmt es bis zu einem gewissen Grad Punkte vor und hinter dem eigentlichen Zentrum ebenfalls als scharf war.“

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Panel 1

„Eine geringe Schärfentiefe ist wohl für viele Menschen der Grund, sich eine „Spiegelreflex“ zu kaufen.“

„Ja sicher, deswegen hab‘ ich mir auch eine gekauft. Das können eben nur die großen Spiegelreflexkameras.“

Panel 2

„Doch genau da liegt der Irrglaube. Weder ein klappender Spiegel noch eine gewisse Gehäusegröße führen zu mehr Unschärfe im Hintergrund.“

„Erzähl mir nichts, ich sehe das doch selbst, dass die Fotos jetzt viel besser aussehen. Das will ich jetzt mal genauer wissen.“

Panel 3

„Ich erkläre dir kurz, warum deine Spiegelreflex „bessere“ Fotos macht als deine letzte Kompaktkamera … “

„Die Schärfentiefe wird neben der Blendenöffnung, von dem Abbildungsmaßstab und der Sensorgröße/Filmgröße bestimmt.“

Panel 4

„Was die Sensorgröße angeht, gab es bis vor ein paar Jahren noch keine andere Option, als sich eine DSLR zu kaufen und daher rührt auch ihr Ruf, für mehr Unschärfe im Bild zu sorgen. Point-and-Shoot-Kameras (Kompaktkameras) haben so viel kleinere Sensoren (und auch oft ein Objektiv mit geringerer Lichtstärke), dass der Unterschied in der Schärfentiefe sehr markant ausfällt. Heute gibt es speziell durch das Aufkommen von Systemkameras eine große Auswahl an Kameras mit „großen“ Sensoren. Schau dir hierzu auch den separaten Comicbeitrag zum Thema „Sensor“ an.“

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Panel 1

„Der Abbildungsmaßstab ist eine weitere Größe, welche die Schärfentiefe beeinflusst.“

Panel 2

„Er hängt von der verwendeten Brennweite und dem Abstand zum Motiv ab. Wenn man nun also ein Motiv aus der selben Entfernung mit einem Weitwinkel- und einem Teleobjektiv fotografiert, verfügt das Weitwinkelfoto über eine größere Schärfentiefe.“

Panel 3

„Dies ist darauf zurück zu führen, dass das Motiv in verschiedenen „Größen“ auf den Sensor fällt und sich somit der Abbildungsmaßstab verändert hat.“

Panel 4

„So schließen wir hier den Kreis und gelangen wieder zu der Sensorgröße.“

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Panel 1

„Auf einem größeren Sensor hat man mehr Platz und kann daher näher an das Motiv herangehen. Kleinere Sensoren als das Vollformat (oder auch Kleinbild genannt) wie
z. B. APS-C- oder MFT-Sensoren nehmen nur einen kleineren Bildausschnitt auf.“

Panel 2

„Die Stärke des Beschnitts wird mit dem Cropfaktor angegeben. APS-C-Sensoren sind meist um einen Faktor von 1,5 und MFT-Sensoren meist um einen Faktor von 2 kleiner.“

Panel 3

„Wenn man nun also mit einer MFT-Kamera und einem 50-mm-Objektiv ein Portrait aufnehmen will, erhält man im Verhältnis zum Kleinbild einen Bildausschnitt eines 100-mm-Objektivs.“

Panel 4

„Dementsprechend muss man nun also die Entfernung zum Motiv vergrößern, um den Gewünschten Bildausschnitt zu erhalten. Das wiederum führt zu einer höheren Schärfentiefe.“

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„Kurz und Knapp:

Die Schärfentiefe lässt sich vereinfach dargestellt beeinflussen durch:

  • die Blendenöffnung
  • die Entfernung zum Objekt
  • die Brennweite
  • die Sensonrgröße“

„Wenn du mit deiner Kamera einen möglichst unscharfen Hintergrund haben willst, solltest du:

  • die Blende möglichst weit öffnen
  • möglichst nah an dein Motiv herangehen
  • einen möglichst weit entfernten Hintergrund wählen
  • falls du die Wahl hast, die Kamera mit dem größten Sensor wählen
  • eine lange Brennweite verwenden (bzw. rauszoomen)“

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Quellennachweis: