Kirmesbelichtung Skript

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„Interessantes Licht ist gutes Licht: Typische Kirmes-Lichter eignen sich hervorragend für ein paar abgefahrene Fotos!“

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„Wir brauchen im Prinzip nicht viele Zutaten:

1 x Kamera + 1 x Objektiv + 1 x Stativ + diverse Fahrgeschäfte von Achterbahnen bis zum Riesenrad (je verrückter beleuchtet, desto besser)

Habe ich noch etwas vergessen?“

„Burger + Bier …“

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„Die blaue Stunde habe ich vergessen. Also wir müssen abwarten, bis die Sonne untergeht. Dennoch ein guter Vorschlag, Dieter – Burger und Bier sind sinnvoll, um die Wartezeit bis zur blauen Stunde zu überbrücken!“

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„Sobald es dunkel genug ist, kannst du deine Kamera in den manuellen Modus „M“ stellen. Ich habe hier jetzt eine Blende von 7, ISO 100 und eine Zeit von 2 Sekunden voreingestellt – das könnte schätzungsweise gut hinkommen.“

„Dazu habe ich einen Selbstauslöser von 10 Sekunden eingestellt. Ich könnte alternativ auch mein Smartphone mit der Kamera verbinden oder einen Fernauslöser nutzen. Der Selbstauslöser oder optional Fernauslöser ist bei Langzeitbelichtungen unverzichtbar, denn durch das Betätigen des Auslösers auf dem Kameragehäuse könnte das Bild bereits verwackeln.“

„Außerdem habe ich den Bildstabilisator deaktiviert, damit dieser nicht gegen mögliche Verwacklungen steuert. Im Endeffekt könnte durch den Stabilisator (je nach Kamera) bei Langzeitbelichtungen ein unscharfes Bild entstehen. Einige aktuelle Kameras erkennen die Situation „Langzeitbelichtung“, so dass diese Problematik zu vernachlässigen wäre. Im Zweifel kann es nicht schaden, den Stabilisator bei längeren Belichtungszeiten zu deaktivieren.“

„Den Weißabgleich habe ich auf „Kunstlicht“ gestellt, da die künstlichen Kirmes-Lichter so noch interessanter wirken. Allerdings bietet sich hier ohnehin eine Aufnahme mit JPG + RAW für die spätere Bildbearbeitung an. Und in diesem Fall können die Lichter bei der späteren Bearbeitung sowieso optimal herausgearbeitet werden, unabhängig von den Einstellungen zum Weißabgleich.“

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„So, jetzt muss ich nur noch den Autofokus deaktivieren.
Und dann suche ich mir eine interessante Perspektive. Wenn du weitwinklig unterwegs bist, kannst du sehr cool aus der Froschperspektive Fotos machen. Riesenräder sehen dann beispielsweise noch riesiger aus.“

„Bei der Verschlusszeit achte ich auf die Anzeige der Kamera. Die Lichtwaage der Kamera sagt mir ziemlich genau, ob ich zu lange oder zu kurz belichte. Es kann nicht schaden, wenn du deine Bilder minimal zu wenig belichtest. Leicht unterbelichtet ist immer besser als leicht überbelichtet. Später lassen sich so die Bildinformationen im Rahmen der Bildbearbeitung anpassen. Ausgebrannte Stellen aufgrund einer krassen Überbelichtung oder auch einer extremen Unterbelichtung können dagegen nicht mehr so leicht rausgearbeitet werden. Diese Bildinformationen sind einfach weg. „Ausgebrannt“ nennt man zum Beispiel auch diese typischen weißen Flächen im Himmel, wenn ein Bild überbelichtet ist. Ein Blick auf das Histogram lohnt sich daher auch. Fotografierst du im RAW-Format, ist eine leichte Unterbelichtung grundsätzlich zu empfehlen (ca. -0.3).“

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„Mit Blick auf die Lichtwaage können Zeit, Blende und ISO für eine optimale Belichtung eingestellt werden. Wie gesagt, ist es einfacher leicht unterbelichtete Bilder gut zu bearbeiten als überbelichtete.“

„Ein zu krasser Ausschlag im Bereich der Tiefen und der Lichter kann also schnell problematisch werden. Es sei denn du möchtest bewusst über- oder unterbelichten.“

„Das Histogram zeigt zudem an, wie stark die Tonwerte von Tiefen (links), Mitteltönen (Mitte) und Lichtern (rechts) verteilt sind. Ein wertvolles Hilfsmittel, um die korrekte Belichtung zu erreichen.“

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Panel 1

„Je nach Blende / Zeit / ISO lassen sich coole Effekte erzielen. Es wäre falsch, sich hier zu strikt an feste Einstellungswerte zu halten. Teste es einfach aus und taste dich an ein gutes Ergebnis ran.“

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„Bei der späteren Bearbeitung können die Farb-Effekte noch deutlicher herausgearbeitet werden.

Man hat allerdings bereits ohne großartige Bearbeitung und mit wenig Aufwand coole Fotos.“

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„Dieter – was meinst du?
Sach‘ doch auch mal was dazu.“

„Sorry, ich war abgelenkt. Guck mal – Hier gibt es Rumpsteak.
Haben wir schon angefangen?“

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Quellenangaben:

  • alle genutzten Aufnahmen wurden auf dem Aachener Bend 2018 gefertigt