Belichtungszeit-Skript

Zurück zum Comic: Belichtungszeit

Seite 1

Panel 1

„Was soll schon so schwer sein an Fotografie? BÄM – und schon habe ich eine mega coole Nahaufnahme von einem Blatt. Verrückt! Das war doch easy!“

Panel 2

„Leute, müssen wir das Bild so groß abbilden hier? Jetzt sieht ja jeder, wie unscharf das ist. Das habe ich mir anders vorgestellt … Was ist da schief gelaufen?“

Panel 3

„Ach verdammt, die Belichtungszeit hatte ich falsch eingestellt. Aber nutzen wir doch den Moment und sprechen über eine der Hauptvariablen eines Fotos: Die Belichtungszeit! Zuerst stelle ich das richtig ein. Ich kann so nicht arbeiten …“

Panel 4

„Jeah … richtig schön, knackig scharf …“

Seite 2

Panel 1

„Wie der Name schon sagt, kann man durch Verändern der Belichtungszeit bestimmen, wie lange der Verschluss offen bleibt und Licht auf den Sensor/Film fällt.“

Panel 2

„Wenn man also – bei ansonsten gleichen Einstellungen – länger belichtet, erhält man ein helleres Foto, da mehr Licht auf den Sensor fällt. Das erklärt aber noch nicht, warum das Blatt eben so unscharf war.“

Panel 3

„Das Blatt war unscharf, da bei einer längeren Belichtungszeit Bewegungen (die des Motivs und auch die der Kamera) verschwommen aufgezeichnet werden.“

Panel 4

„Das Bild „verwackelt“ sehr schnell.“

Seite 3

„Stell doch deine Kamera einfach mal auf „Zeitpriorität“. Die Bezeichnungen können je nach Hersteller variieren. Ein kurzer Blick in die Bedienungsanleitung kann nicht schaden, sofern die Bezeichnungen nicht klar sein sollten. S steht hier für „Shutter Priority“. Es kann beispielsweise auch TV für „Time Value“ auf deinem Einstellrad stehen. Wir werden in Kürze auf alle Einstellungen eingehen, die du auf deinem Einstellrad sehen kannst. Im Modus „S/Zeitpriorität“ stellt deine Kamera – bis auf die Belichtungszeit – alles automatisch ein. Veränderst du jetzt die Belichtungszeit, dann passt deine Kamera die Einstellungen für Blende und ISO (wenn ISO auf „Auto“ steht) an. Die tatsächlichen Auswirkungen der Belichtungszeit sehen wir später noch besser im manuellen Modus – dazu kommen wir noch, wenn wir alle wichtigen Einstellungsgrößen kurz besprochen haben.“

Seite 4

Panel 1

„Also: Kamera auf „S/Zeitpriorität“ stellen und dann die Zeit einfach testweise mal auf beispielsweise 1/8000 stellen und abwarten, was passiert …“

Panel 2

„Die Kamera sagt „Okay, wenn du unbedingt eine so kurze Verschlusszeit haben möchtest, nehme ich dafür eine große Blendenöffnung (F2.0 – damit immerhin etwas Licht in mein Gehäuse kommt) und einen sehr hohen ISO-Wert (1600 – damit mein Sensor ziemlich empfindlich reagiert) – Das hast du nun davon! Grieselig – Aber interessant ist, dass die Blasen eingefroren werden.“

Panel 3

„So – und jetzt: Zeit auf 10″ (Sekunden). Das heißt: Der Verschluss bleibt ganze zehn Sekunden geöffnet. Die Blende steht nun auf 22 (kleine Öffnung) und der ISO-Wert bei 100.“

Panel 4

„Es ist das gleiche (zugegebenermaßen nicht sehr einfallsreiche) Motiv – aber ein völlig anderes Bild. Das Wasser fließt und wirkt nicht so eingefroren.“

Seite 5

„Noch ein kleiner Hinweis im Vorbeirollen, bevor ich weg bin … Bei handgehaltenen Fotos sollte der Kehrwert deiner Belichtungszeit nicht kleiner sein als die Brennweite deines Objektivs. Wenn du also mit deinem 50-mm Objektiv unterwegs bist, sollte die Belichtungszeit nicht länger als 1/50 sein. Okay, neue Bildstabilisatoren sind mittlerweile so gut, dass diese Gedankenstütze fortlaufend an Wert verliert. Aber für den Anfang ist das eine gute Hilfe und ein guter Anhaltspunkt, damit keine verwackelten Bilder entstehen. Man sollte seine eigene Kamera diesbezüglich kennenlernen und die Grenzen der Einstellungswerte im Kopf haben. Teste es aus!“

Zurück zum Comic: Belichtungszeit